Die Amsel - Ausbreitung und Verbreitung


Die Amsel-Areal erstreckt fast über ganz Europa. In Skandinavien und Finnland reicht es bis nördlich des 65. Breitengrades und im Süden bis Nordwest-Afrika.

Die Ausbreitung der Amsel - hier Turdus Merula - ist abhängig von der Anpassung an ihren bevorzugten Aufenthaltsort. Von ihm wiederum erwartet das Individuum die Befriedigung des Schutzbedürfnisses, der Nahrungssuche und der Fortpflanzung. Auf sie stellt das einzelne Individuum seine Verhaltungsweise ein.

Welche Verhaltungsweisen sind das? Die Amsel bevorzugt erstens unterholzreiche Wald- oder Heckenabschnitte nahe an Gewässern. Sie sucht zweitens meist zu Fuß selten per Flug Schutz unter dichten Sträuchern. Drittens ist sie vorzugsweise am Erdboden und sucht in feuchter Erde oder Falllaub ihre hauptsächliche Nahrung wie Regenwürmer, Kerbtiere, Schnecken oder abfallendes Obst und Früchte. Und viertens brütet sie in Bodennähe, wenn es die Bedingungen zulassen.

Diese Merkmale waren die Voraussetzungen für die Selektionsbedingungen bei der Entstehung der Art Turdus merula.

Für das Ursprungsgebiet dieser Art und der Unterarten wird das Gebiet südlich und südöstlich des Schwarzen Meeres angesehen. Von dort breitete sie sich über weite Teile Europas aus. Mit ihrer Ausbreitung änderte sich auch ihr Aussehen - genannt auch als Variabilität.

Die sich nach Westen ausbreiteten haben ein dunkleres und glänzenderes Gefieder, auch die Amsel-♀. Die Brust ist deutlicher rostfarben, die Kehle ist dunkler und weniger gestrichelt. Wesentlich kräftiger ist der Schnabel, aber auch etwas kürzer. Diese Unterschiede werden zur Beschreibung von Unterarten veranlaßt haben.

Über Süditalien und Sizilien hat sich die Art bis Nordafrika ausgebreitet und von dort erreichte sie schließlich über das Atlas-Gebirge die Iberische Halbinsel. Auch bei afrikanischen Amseln ist das Gefieder beim Amsel-♀ und -♂ dunkler als bei der Turdus merula.

Zusammenfassend kann man evolutive Wandlungen der Merkmale feststellen:
Bei der Ausbreitung nach Westen gibt es in der Größe der Amsel kaum Unterschiede, nur die der Azoren sind kleiner als die kleinsten der Iberischen Halbinsel. Nach Osten ist eine erhebliche Größenzunahme festzustellen.

Der Schnabel variiert unwesentlich, die Schwänze sind im Norden länger als die der südlich lebenden Unterarten. Die Gefiederfärbung der ad ♂ ist im Westen dunkler und gläzender, nach Osten hin wird sie matter. Die ad. ♀ haben im Westen eine rostfarbene Brust, ihre Kehle tritt weniger hervor. Die Unterseite im SW-Europa und Afrika ist dunkler, nach Osten hin einfarbiger und dunkler als im Westen.